Sich wichtig nehmen und sein Älterwerden genießen

Seit gestern bin ich 61 Jahre alt. Einerseits bin ich sehr dankbar, es bis hierher gesund erreicht zu haben, andererseits hat mir der Beginn dieses Lebensjahrzehnts sehr viel mehr zu schaffen gemacht, als ich dachte. Denn mit dem 60 zigsten hatte ich das erste Mal das Gefühl zu alt zu sein für alles und jeden, denn ich wollte beruflich nochmal durchstarten. 

Schmerz vermeiden

Und diesen tiefen Schmerz wollte ich so schnell als möglich vermeiden mit einem lukrativen Business, nämlich Frauen in der 2. Lebenshälfte ermutigen aus ihrem Trott auszusteigen und ihr Heute mehr zu genießen.

Und dazu hatte ich im letzten Jahr einige Onlinekurse gebucht, um eine gute Hilfe zu sein. Doch mein Tun würdigte ich nicht, denn tief in mir war ich nach wie vor nichts wert. Ein Glaubenssatz, der mich immer wieder heimsucht.

All das funktioniert auf Knopfdruck

Hat sich etwas bewegt oder erliege ich meinen Selbstzweifeln nach wie vor? Ich rede nicht viel über mich und lenke schnell von mir ab und habe Angst mich zu zeigen.

Es ist so irrational. So verurteile ich mich eher selbst und möchte, dass es dem anderen gut geht, wenn nicht noch besser. Aber gleichzeitig möchte ich auch, dass es mir gut geht.

Was ist seit meinem letzten Geburtstag passiert?

Als ich 60 wurde, hatte ich innerlich das Gefühl von Oh Gott, jetzt ist es soweit, jetzt bist du alt. Alt im Sinne keine anerkannte Leistung mehr zu erbringen, nicht mehr gebraucht zu werden und einfach unattraktiv für Menschen zu sein.

Hilfe holen

Mit diesem inneren Bild holte ich mir das erste Mal Hilfe. Meine Mentoren und Coaches sollten richten, was mich von vielem abhielt. Ich wollte das Gefühl loswerden nicht elendiglich zugrunde zu gehen.

Meine Investitionen ermöglichte ich mir durch meine Geldersparnisse, auf die ich erst mal zurückgriff. Das war schon mal beruhigend und stressfreier.

Erfolgreiche Marketingmethoden

Ich ließ mich in die virtuelle Welt einführen, denn ich möchte ja viele Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichen. Dazu war es für mich wichtig, wie die Social Media Kanäle funktionieren. Ich zahlte teures Geld, um Marketingmethoden zu erhalten, denn ich wollte ja selbst erfolgreich  sein.

Meine Lebensfreude sank gegen Null

Ich versuchte umzusetzen. Anfangs machte ich krasse Fehler, die mich schnell wieder zurückwarfen in meinen typischen Zustand nicht in Ordnung und damit ein hoffnungsloser Fall zu sein. Und vor allem viel zu alt zu sein.

Doch das zeigte ich nicht im Außen. Nein, ich doch nicht. Ich war doch die, die immer mit dem richtigen Wort, der richtigen schlagfertigen Antwort ihren Weg findet und geht.

Mein Eingeständnis

Doch das stimmte einfach nicht, denn ich nahm neben meiner beruflichen Ausrichtung eine tiefe Traurigkeit wahr, nämlich nicht die erfüllende Beziehung zu leben, weder zu einem Partner noch zu Menschen in meiner Umgebung. Ich fühlte mich isoliert und nicht zugehörig.

Das Wichtigste

Eine Beziehung aufzubauen, die Nähe schafft. Distanz hatte ich schon lange aufgebaut, vor allem zu mir selbst. Meine Energie war seit Jahren auf Halbmast.

Mangelzustand zeigen

Doch auch diesen energetischen Mangel zeigte ich lange nicht im Außen. Nein, ganz im Gegenteil. Ich war immer lustig und voller Energie. Und damit lass ich niemand hinter meine Fassade blicken. Es ist nicht die Angst vor Bewertung, sondern vor Verurteilung und Abkehr.
Ich hatte immer etwas an mir auszusetzen. Die anderen waren besser und wussten wie der Hase läuft. So dachte ich unbewusst.

Fehler sind wichtig

Und genau das war es. Fehler machen. Sie müssen gemacht werden, um weiterzugehen. Ich wusste das, aber ich wollte sie vermeiden. Ich wollte nicht Scham, Peinlich sein oder Schuld fühlen. Ich wollte gut sein und den Applaus, ganz klar.
Und genau in dieser energetischen Schieflage war ich an meinem 60. Geburtstag. Ich wollte bei mir ankommen und war weiter entfernt als ich es mir bislang eingestanden hatte, beruflich und privat.

Fressen und gefressen werden

Das Jahr auf das ich jetzt beruflich zurückblickte war geprägt von Lehrgeld und Leergeld zahlen an Mentoren, die nicht wirklich an mir und meiner Entwicklung interessiert waren, sondern in erster Linie an ihrem Überleben und der passenden Strategie dazu.

Und das habe ich irgendwann erkannt, dass nicht ich als Person wichtig war, sondern vor allem, dass ich als Kunde das Überleben des anderen gesichert hatte. Fressen und gefressen werden – wie in der Tierwelt, nur subtiler und manipulativer.

Ich wollte reinfallen

Ich wollte unbewusst darauf reinfallen, denn sonst hätte ich längst inne gehalten und meinem Inneren mehr zugehört, mehr auf mich vertraut und mich wirklich wichtig genommen.

Richtige Reihenfolge erkennen

Alle Programme, die mir ermöglichen sollten mit meinem Business erfolgreich zu sein, kündigte ich. Es war mir wichtig mich zu versorgen und dadurch viel Lebensfreude und Lebensqualität erhalten.

Falscher Fokus. Zuerst ist es die Freude zu tun und danach erfolgt automatisch der monetäre Erfolg.

Die eigenen Regeln aufstellen

Es ist sehr interessant, was passiert, wenn du aus dieser Erkenntnis heraus aktiv und selbstbestimmt agierst. Ein Programm zu kündigen, bedeutet mutig für sich zu stehen, dem Anbieter zu sagen, dass es nicht das ist, was für den eigenen Weg notwendig ist, um weiterzukommen. Wie der andere damit umgeht, zeigt wo er steht.

Ich habe einiges erlebt …

… vom verbal um sich schlagen und von vorne herein versuchen mich klein zu machen, vom nicht erreichbar zu sein bis hin zum letztlich viel Geld in den Sand zu setzen, aber auch vom fairen Auflösen einer Vereinbarung und vor allem einer Begegnung in Augenhöhe. Jeder zeigt sein wahres Gesicht vor allem in Krisenzeiten.

Die Macht der Worte

Und das Auftreten zeigen mir die Haltung und Einstellung des anderen, aber auch meine eigene. Fake oder authentisch. Wir wirken immer, die Frage ist nur wie.

Ich habe meine Widerstände überprüft, meine Positionierung neu ausgerichtet, mein technisches Knowhow verbessert, meine Känale, wo man mich findet, geändert.

Ich habe mich an erste Stelle gesetzt!

Ein Mehr an Entspannung und Ruhe erhalten

Ich habe eine erste Lesung mit meiner eigenen Geschichte aus „Wie hast du das gemacht?“ gehalten. Vorab war ich mega aufgeregt, weil mir bewusst wurde, dass ich mich verletzlich zeigte und Angst hatte damit eine Angriffsfläche zu bieten.

Doch es war ganz anders. Ich sagte von Beginn an, dass ich aufgeregt war. Und damit war das Eis gebrochen und ich legte einfach los, erzählte authentisch, wo ich heute stehe.

Die Lust auf eine Bühne

Ein wunderbares Erlebnis und die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist sein Leben zu ändern, sich neu auszurichten, mehr das Heute zu genießen. Und genau dazu möchte ich Frauen in reiferen Jahren inspirieren, ihr Leben mit dem zu füllen, was sie gerne hätten.

Es ist die Bühne, die mich lockt und die ich noch ein wenig fürchte. Doch wer bestimmt, ob, wann und welche Schritte wir gehen, sind einzig und allein wir selbst.

Ich habe meinen 61. Geburtstag sehr genossen mit einem ausgedehnten Frühstück und meiner Tochter und am Abend mit meiner besten Freundin den Tag beim Chinesen ausklingen lassen.

Ich hatte Spaß, viel gelacht und gefühlt, dass ich mir wieder ein Stück näher gekommen bin. Näher, als es mir bislang bewusst war.

Nur so geht’s 

Ich beginne mich mehr zu lieben, stehe zu mir, nehme mich wichtig und zeige mich so wie ich bin. 

Und das fühlt sich mega an – ehrlich – authentisch – gut.

Und das kannst du auch. Jederzeit!